Solothurner Zeitung / MLZ; 25.06.2007;

Solothurn

Sommerkonzert mit Carmen und Tango

Stadtorchester Gitarrist Michael Erni als Gast

Ein beschwingtes Sommerkonzert mit feurigen T�nen gab es am Freitag: Michael Erni zelebrierte mit der Gitarre Klangwonnen und Tangofeuer, das Stadtorchester Solothurn tat es ihm auf Carmens Spuren gleich.

Silvia Rietz

Der italienische Komponist Mauro Giuliani wurde zu einer der glanzvollsten Erscheinungen unter den Gitarrenvirtuosen des 19. Jahrhunderts. Michael Erni, in Olten geborener Gitarrist und Komponist trat bei seinem Auftritt, sensibel begleitet vom Stadtorchester Solothurn, in seine Fussstapfen und f�hrte Giulianis Konzert f�r Gitarre und Streicher in A-Dur auf. Dabei beeindruckte die Mischung aus Emotionalit�t und Pr�zision, mit der Michael Erni musiziert. Die Linien wurden bis ins letzte Detail ausgespielt, die dynamische Spannweite voll ausgereizt. Im Konzertsaal entstand zwischen Michael Erni und dem Solothurner Stadtorchester ein wunderbarer Dialog, und das Publikum feierte den Gitarristen zu Recht enthusiastisch.

Komponist und Interpret

Der Solothurner Musiker Michael Erni ist einem breiten Publikum nicht allein durch seine vielseitige Konzertt�tigkeit bekannt, sondern auch durch Radio- und CD-Aufnahmen und als origineller Tonsch�pfer. Mit der fantastischen Eigenkomposition, einem Tango mit eingebauter Reminiszenz an die Barcarole aus Offenbachs Oper �Hoffmanns Erz�hlungen�, begeisterte Erni mit ausgefeilter Technik, verschie- denen Klangfarben und feurigem Temperament, sowohl als Tonsch�pfer wie auch als Interpret.

Carmen total

Das musikalische Feuer, welches Michael Erni mit seiner Gitarre entfacht hatte, setzte das Stadtorchester mit Georges Bizets popul�rer Carmen-Suite fort. Dass die Melodien aus der Oper �Carmen� - wie �Aragonaise�, �Seguidilla� oder das Lied des Stierk�mpfers Escamillo - nicht nur auf der Opernb�hne, sondern auch auf dem Konzertpodium zu geniessen sind, ist dem Komponisten Fritz Hoffmann zu danken. Er hat nach Bizets Tod 1875 die St�cke zu zwei Suiten f�r Orchester verarbeitet und dabei den originalen Klang so weit wie nur irgendwie m�glich beibehalten.

Mit kraftvollem Schwung ging Georges Vlaiculescu �Les tor�adors� an, das erste St�ck des siebenteiligen Werkes. Das Stadtorchester zeigte sich in bester Spiellaune, musizierte mit Esprit und Temperament. Der Dirigent w�hlte flotte Tempi, holte mit dem Orchester das spanische Kolorit der Suite vom Pianissimo bis zum (�ber)-lauten Tutti heraus.